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Informationen zur Geflügelpest

Am 09.11.2020 wurde bei einer tot aufgefundenen Wildgans (Nonnengans)  im Kreis Plön der Geflügelpest-Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen. Auf dieser Seite informieren wir Sie aktuell über die Maßnahmen, die die Kreisverwaltung Plön eingeleitet hat.

Geflügel im Kreis muss weiterhin im Stall bleiben
Neue Fälle treten weiterhin regelmäßig auf

Seit dem Ausbruch der Geflügelpest im Kreis Plön im November 2020, wird das Virus weiterhin regelmäßig bei verendeten Wildvögeln im Kreis Plön sowie den Nachbarkreisen nachgewiesen. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und einen Eintrag in private Bestände sowie Zuchtbetriebe zu verhindern, hat der Kreis seine „Allgemeinverfügung über die Anordnung der Aufstallung von Geflügel und das Verbot der Durchführung von Ausstellungen von Geflügel und Tauben zum Schutz gegen die Geflügelpest an die Geflügelhalter im Kreis Plön“ verlängert. Diese gilt zunächst bis zum 31. März 2021. Dann erfolgt eine neue Risikobewertung.

Seit Beginn der Geflügelpestepidemie wurden in Deutschland über 650 Geflügelpest-Nachweise, davon allein für Schleswig-Holstein über 400 Geflügelpest-Nachweise bei Wildvögeln bestätigt (siehe folgende FLI-Karte vom 22.02.2021). Auch aus den anderen Bundesländern (14 von 16) wurden über 170 Fälle bei Wildvögeln gemeldet. Bislang gab es in Deutschland bereits ca. 60 Ausbrüche in Hausgeflügelbeständen bzw. Beständen mit gehaltenen Vögeln (davon 6 Ausbrüche in Schleswig-Holstein). Seit dem Ausbruchsgeschehen wurde die Geflügelpest in jeder Woche in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Für die hiesige aktuelle Risikobewertung ist maßgeblich, dass auch im Kreis Plön bzw. in den Nachbarkreisen Rendsburg-Eckernförde, Segeberg und Ostholstein sowie in der Landeshauptstadt Kiel und in der Stadt Neumünster bislang in jeder Woche die Geflügelpest nachgewiesen wurde (Stand: 14.02.2020) und fortlaufend noch mit weiteren Nachweisen gerechnet werden muss. Es ist auch zu berücksichtigen, dass neben den bei Wildvögeln nachgewiesenen Fällen  mit einer größeren Zahl unentdeckter Infektionsfälle zu rechnen ist.

Der Vogelzug im Rahmen des Herbstzugs ist abgeschlossen. Dennoch können bei winterlichen Kältefluchten Wildvögel immer noch in mildere Regionen einfliegen. Die Dichte der Vogelpopulationen in den Überwinterungsgebieten ist hoch. Viele Wildvögel machen sich erst im April oder gar Mai auf den Weg in ihr Sommerquartier. Gerade in den letzten Wochen mit der seit Anfang Februar eingetragenen arktischen Kaltluft mit zugefrorenen Seen war die lokale Mobilität des Wildwassergeflügels besonders hoch. Viele Wasservogelarten sind Kälteflüchter, d.h. sie suchen eisfreie Gewässer auf. Die winterlichen Bedingungen begünstigen die Virusübertragung und Ausbreitung. Zudem stabilisieren niedrige Temperaturen im Winter die Infektiosität von Influenzaviren in der Umwelt. Daher stuft das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags sowie der weiteren Verbreitung in Geflügelhaltungen und Vogelbeständen (z.B. zoologische Einrichtungen) von Geflügelpest weiterhin als hoch ein. Auch aktuell werden immer noch tote Wildvögel im Kreis Plön aufgefunden, geborgen und auf das Geflügelpestvirus getestet.

Das Umweltministerium (MELUND) in Kiel empfiehlt weiterhin die Stallpflicht für Hausgeflügel in Schleswig-Holstein. Auch wenn die Befundzahlen bis Mitte Februar zurückgegangen sind, ist aktuell wieder eine Zunahme zu beobachten. Somit kann im Hinblick auf die Gesamtsituation noch nicht von einer Entwarnung ausgegangen werden. Der Rückgang der Befundzahlen hat auch damit zu tun, dass es aufgrund des Bekanntseins der Geflügelpestlage in Schleswig-Holstein zu einer Priorisierung der Proben aus anderen Bundesländern kommt. Die Untersuchung tot aufgefundener Vögel ist für die Lageerfassung und -beurteilung weiterhin sehr wichtig. Daher werden alle Bürger*innen im Kreis Plön auch weiterhin um Benachrichtigung bei tot aufgefunden Wasservögeln und Greifvögeln gebeten.

Um zu verhindern, dass sich der Erreger von Wildvögeln auf weitere Geflügelbestände ausbreitet, dürfen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse im gesamten Kreisgebiet nur noch in geschlossenen Ställen gehalten werden. Alternativ sind weiterhin Freilandställe erlaubt, die nach oben geschlossen und zu den Seiten gegen das Eindringen von Wildvögeln gesichert sind. Die Maschenweite darf dabei nicht mehr als 25 mm betragen.  Außerdem ist die Durchführung von Ausstellungen, Märkten und Veranstaltungen ähnlicher Art von Geflügel und Tauben im gesamten Gebiet des Kreises Plön verboten. Neben der Aufstallungspflicht ist es unbedingt erforderlich, dass alle Geflügelhalter*innen die Biosicherheitsmaßnahmen einhalten. Die Geflügelpest ist hoch ansteckend und lässt sich unbemerkt über Kleidung, Schuhe oder Hände verbreiten. Etwas Kot eines erkrankten Tieres unter dem Schuh reiche schon aus, um das Virus in den Bestand zu bringen. Das Auftreten von vermehrten Todesfällen müsse zudem umgehend an die Veterinärbehörde gemeldet werden.

Bürger*innen, die einen toten Greifvogel, eine Ente, Gans oder einen anderen verendeten Wasservogel finden, sollte diesen bei den örtlichen Ordnungsbehörden (Erreichbarkeit der Ordnungsbehörden) melden. Über das Ordnungsamt erfolgt dann die Bergung und Koordinierung der Probenahme durch das Kreis-Veterinäramt. Für spezielle Rückfragen ist das Kreis-Veterinäramt telefonisch zu erreichen unter 04522 / 743-270 sowie per E-Mail an vetabt@kreis-ploen.de.


Pressemitteilung vom 09.10.2020

Pressemitteilung des Kreises Plön vom 10.11.2020

Pressemitteilung vom 15.12.2020

Pressemitteilung vom 26.02.2021

Erreichbarkeit der örtlichen Ordnungsbehörden im Kreis Plön zur Meldung von tot aufgefundenen Wildvögeln (Geflügelpest)

Für das gesamte Gebiet des Kreises Plön gelten spezielle Regelungen, die Sie im Detail bitte den unten angefügten Allgemeinverfügungen entnehmen.

Weitere Informationen:

Die Risikoeinschätzung des FLI: Stand 22.02.2021 (PDF, 4,1 MB)

Informationen der Landesregierung

Allgemeinverfügung zur Festlegung von vorbeugenden Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen

Informationen des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)

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