
Geschichte des Kreises Plön
Die Geschichte des Kreises Plön als selbständige Gebiets- und Verwaltungseinheit ist im Vergleich zur Geschichte unserer Städte und Dörfer verhältnismäßig jung. Erst 1867/68 in der Folge der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen nach den Kriegen mit Dänemark und Österreich wurde durch die Preußische Verordnung "betreffend die Organisation der Kreis- und Distriktsbehörden sowie die Kreisvertretung in der Provinz Schleswig-Holstein" eine Einteilung der vormaligen Herzogtümer Schleswig und Holstein in 20 Kreise vorgenommen.
Einer dieser Kreise war der Kreis Plön. Über diesen Zeitpunkt der ersten preußischen Kreiseinteilung hinaus ist die Geschichte des Kreises Plön zum einen die Geschichte des ostholsteinischen Raumes, aus dem der Kreis herausgeschnitten, zum anderen die Geschichte der einzelnen Teile, aus denen er zusammengefügt wurde. In beiderlei Hinsicht kann sich die bunte Bewegtheit der geschichtlichen Entwicklung mit derjenigen jeder anderen deutschen Landschaft messen.
Der weitaus größte Gebietsteil des Kreises Plön gehört einer Landschaft an, die Jahrhunderte hindurch als "Wagrien" bezeichnetwar. Der Name führt auf den Volksstamm der Wagrier zurück. Er war in der Zeit dergroßen Völkerwanderungen im 7. und 8.Jahrhundert von Osten her in das von der früheren suebischen Bevölkerung geräumige wald- und seenreiche Gebiet eingedrungen. Seit Beginn des 9. Jahrhunderts trennte ein locker befestigter "Sachsenwall", der "limessaxoniae", diesen slawischen Siedlungsraumvon dem der nordelbischen Sachsen.
Nach wechselhafter, meist kriegerischer Auseinandersetzung zwischen sächsischen und slawischen, dänischen und deutschen, christlichen und heidnischen Volksverbänden setzte Mitte des 12. Jahrhunderts die Kolonisation Wagriens durch deutsche Ritter und durch Siedler aus den verschiedensten nordeuropäischen Ländern (Holland, Friesland, Flandern, Westfalen) ein. Ihr herausragender Führer war der Schauenburger Graf Adolf II.
