Beirat für Naturschutz des Kreises Plön - Informationen zum Igelschutz

Rasenmähroboter in der Dämmerung und nachts abschalten

Rasenmähroboter werden bei Gartenbesitzer/-innen immer beliebter, nehmen sie doch eine oft ungeliebte Aufgabe ab. Was viele aber nicht wissen: Für Igel und zahlreiche weitere Kleintiere sind die Geräte eine tödliche Gefahr, besonders, wenn sie in der Nacht zum Einsatz kommen.

Mähroboter sind fahrende Computer mit angeschlossenem Mähwerk, die autonom und kontinuierlich eine vorgegebene Fläche mähen. Diese wird durch einen Draht eingegrenzt, an dem sich die Geräte orientieren. Ihre Wege innerhalb der Fläche suchen sie sich selbst, Hindernisse erkennen sie mithilfe eingebauter Sensoren. Auch ihre Akkus laden Mähroboter ohne menschliches Zutun, so dass - sind die gewünschten Mähzeiten erst einmal programmiert - die Betreiber/-innen nicht weiter eingreifen müssen.

Die schnell laufenden Messer, Klingen oder Fäden töten allerdings viele Kleintiere. Erhebliche Verluste verursachen dabei besonders Mähroboter, die nachts in Betrieb sind. Dann sind unsere Igel, Molche, Erdkröten und zahlreiche Insekten, z.B. Laufkäfer, Heuschrecken oder Schmetterlingsraupen, unterwegs. Einige sind langsamer als der Mähroboter, andere wie der Igel rollen sich ein, um sich zu schützen - sie alle werden verletzt oder getötet. Nach einer dänischen Studie verletzen dabei Mäher mit feststehenden großen Messern die Tiere weit schwerer als solche mit kleinen Fliehkraftmessern, die beweglich auf einem rotierenden Messerteller montiert sind.

Zwar verbietet das Bundesnaturschutzgesetz das Töten oder Verletzen von Wirbeltieren "ohne vernünftigen Grund". Doch zeigt zum Beispiel die Zunahme verletzt in Wildtierheimen abgelieferter Igel - auch im Kreisgebiet -, dass sich Betreiber/-innen von Mährobotern dieses Problems offensichtlich vielfach nicht bewusst sind. Eine nächtliche Mahd ist selbstverständlich kein "vernünftiger Grund".

Weil das Tötungs- und Verletzungsrisiko allein schon durch Tagbetrieb deutlich verringert werden kann und muss, appelliert der Kreis Plön an alle Gartenbesitzer/-innen, die Mähroboter ausschließlich bei Tageslicht zu betreiben und auf keinen Fall nachts oder in der Dämmerung.
Der Kreis Plön versucht es zunächst mit einer Aufklärungskampagne und einem Appell an die Verantwortung der Betreiber/-innen von Mährobotern. Sollte das nicht zu einem spürbaren Rückgang des nächtlichen Mahdeinsatzes führen, ist auch ein Verbot als Allgemeinverfügung möglich, wie es andere Kreise bereits umgesetzt haben. Als Konsequenz drohen dann empfindliche Bußgelder.

Wer darüber hinaus etwas für die Biologische Vielfalt tun möchte, verzichtet ganz auf diese nahezu permanente Mahd, bei der sich keine Blüten mehr entwickeln können und nachfolgend auch kaum noch Insekten Lebensbedingungen finden. Der Einsatz von Mährobotern im privaten Garten und auf öffentlichen Grünflächen sollte daher immer kritisch hinterfragt werden
Stattdessen bewirkt schon ein Mahdintervall von zwei Wochen oder mehr, dass wieder Wildblumen wie Gänseblümchen, Klee und Hahnenfuß auf dem Zierrasen erblühen können. Ein höherer Rasen ist auch besser gegen die zunehmende Sommertrockenheit gewappnet, liefert damit einen Beitrag zur Schonung des Wasserhaushaltes und bleibt länger grün. Ein buntes Beet aus heimischen Stauden sowie die Schaffung einer wilden Igel-Ecke sind einfache Möglichkeiten einer igelfreundlichen Gartengestaltung, zu der der Kreis Plön nachdrücklich aufruft. Beim Mähen sollte immer nur ein Teilbereich des Rasens gemäht werden und dann nach etwa zwei Wochen der nächste. So haben die tierischen Gartenbewohner Zeit, zwischen den Bereichen zu wechseln und finden immer eine sichere Insel.

Bitte helfen Sie mit, unsere Natur zu schützen, helfen Sie dem Igel und vielen weiteren tierischen Mitbewohnern in den heimischen Gärten und Anlagen!