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Internationaler Museumstag - Museum Turmhügelburg Lütjenburg

19.05.2019
10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Turmhügelburg Lütjenburg, Nienthal, 24321 Lütjenburg
Eintritt frei, Spende erbeten

Weitere Informationen zur Veranstaltung:

Thema dieses Jahr: Salzsieden, Salzhandel

Das Friesensalz und seine Geschichte

Vor langer Zeit, es muss so um die Römerzeit gewesen sein, lebten schon Friesen an der Nordseeküste. Da Bäume eher selten waren, haben sie hauptsächlich mit Torf geheizt. Dieser kam nicht nur aus den Mooren, sondern auch aus dem Wattenmeer, wo er ab und zu frei lag.

Vielleicht passierte Folgendes: Als nun einer Friesin beim Kochen zufällig einige Fische ins Feuer fielen, stellte sie fest, dass es besser schmeckte, da diese Asche Salz enthielt. Dass die Nordsee salzhaltig ist, war ja schon bekannt. Aber der Torf aus dem Wattenmeer. Das musste sich doch ausnutzen lassen, denn Salz war in früheren Zeiten sehr begehrt und auch teuer!

Daraus haben die Friesen dann ihre Methode zur Gewinnung von Friesensalz entwickelt. Zunächst wurde der Salztorf (vorne im Trog) abgebaut. Wahrscheinlich stammen daher die runden Mulden im Watt, die noch heute zu sehen sind. Da haben die ersten Friesen an Salztorf ausgegraben, was sie innerhalb einer Ebbe so wegschaffen konnten.

Jahre später lag der Salztorf, geschützt unter einer Schlickschicht, auch mal längere Zeit trocken. Zu der Zeit  konnten sie ihn, wie bereits in den Mooren, systematisch in langen graden Linien abstechen, Wieder später wurden die Salztorfvorkommen dann erneut regelmäßig von der Nordsee überspült, so dass man wieder nur bei Ebbe Salztorf holen konnte. Dazu wurden diesmal rechteckige Gruben ausgehoben und die jeweilige Portion abtransportiert. Lag der Torf längere Zeit ohne Schlickschicht im Freien und wurde nicht mehr mit Meerwasser getränkt, sondern nur vom Regen, so wurde das Salz wieder ausgespült.

Der Salzgehalt im Salztorf war allerdings nicht höher als der der Nordsee, nämlich ca. 3%. (Die Moore, in denen sich das Salz ablagerte, entstanden übrigens ca. 2.500 bis 5.500 Jahre v. Chr., als die Nordseeküste noch viel weiter im Norden lag und es dort noch große Waldgebiete gab.)

An Land mussten die Friesen den Salztorf erst einmal zerkleinern und trocknen. Denn nur so konnte er verbrannt werden. Dazu wurde er in Meiler aufgeschichtet. Die erarbeitete salzhaltige Asche war dann eine erste Konzentrationsstufe auf dem Weg zur Salzgewinnung. Dies Alles waren Arbeiten, die nur im Sommer durchzuführen waren, da das Wetter sonst zu unzuverlässig und das Torfstechen im Wattenbereich zu gefährlich war. Die Asche der Meiler wurde anschließend in einer Art Briketts zu Mieten aufgeschichtet und mit Erde abgedeckt, damit der Regen das wertvolle Salz nicht vorzeitig herauswaschen konnte.

Aus diesem Vorrat holten sich die Salzsieder dann ihre jeweilige Tagesportion, die sie in großen Trichtern aus komprimiertem Stroh immer wieder mit Meerwasser übergossen, so dass wegen der sich lösenden Salze Sole entstand. Den Salzgehalt der Sole konnte man mit einem rohen Ei messen, welches bei entsprechend hoher Salzkonzentration oben schwimmt. Es fungiert also als Dichtemesser. Diese Sole enthielt nun 20% bis maximal 26% Salz (mehr nimmt das Wasser unter normalen Bedingungen nicht auf).

Nun erst lohnte es sich die Sole in der Siedepfanne zu kochen. Beheizt wurde dieser mit Weisstorf (hinten im Trog). Nachdem das Wasser verdunstet war, blieb das Friesensalz übrig. Es wurde nun getrocknet und konnte - so grau wie es war - verwendet werden.

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