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Die Abfallentsorgung im Kreis Plön

Seit dem 01. Januar 1990 betreibt der Kreis Plön die Entsorgung der im Kreisgebiet anfallenden Abfallmengen als öffentliche Einrichtung. Die Abfallwirtschaft des Kreises
Plön ist unter der Telefonnummer 04522 / 74 74 74 zu erreichen.
 


Ziele der Abfallwirtschaft

Abfälle sind zunächst zu vermeiden und, soweit dies nicht möglich ist, zu verwerten.
Von den im Kreis entstehenden Abfällen werden rund 63% verwertet. Soweit auch eine
Verwertung nicht möglich ist, sind die Restabfälle umweltgerecht zu beseitigen.
Die Entsorgungssicherheit ist langfristig sicherzustellen. In Kooperation mit anderen
Gebietskörperschaften sollen vorhandene Entsorgungsanlagen optimal ausgelastet und
dadurch Kosten gesenkt werden.


Aufgaben der Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft wird immer stärker von gesetzlichen Regelungen geprägt. Viele
Maßnahmen werden von europäischem Recht sowie von Bundes- und Landesgesetzen
bestimmt. Für eigene kreative Planungen (Selbstverwaltung!) bleibt immer weniger Raum.
Inhaltlich sind neben den "klassischen" Verwaltungsaufgaben für die Vermeidung, Verwer-
tung und Beseitigung von Abfällen insbesondere betriebswirtschaftliche und gebühren-
rechtliche Grundsätze zu beachten. Planung, Organisation, Koordination, Satzungs-
regelungen, Gebühreninkasso, Rechtskontrolle, Mitarbeit in vielen Gremien sowie die
Öffentlichkeitsarbeit zählen zu den Aufgaben der Abfallwirtschaft.
Aber auch technisches Wissen ist erforderlich, um z. B. die Abläufe auf einer Abfallbe-
handlungsanlage zu beurteilen.


Fuhrbetrieb

Seit Anfang 1995 wird die praktische Durchführung der Abfallentsorgung in einem Teil-
gebiet des Kreises durch einen eigenen Fuhrbetrieb abgewickelt. Dadurch erfolgt die
Einsammlung der Restabfälle (graue Restmülltonne und Sperrmüll) und Bioabfälle (braune
Biotonne) in den Städten Plön und Lütjenburg (amtsangehörige Stadt des Amtes Lütjenburg), dem Amt Lütjenburg, den Gemeinden Selent, Schönberg, Stakendorf, Ascheberg, Bösdorf und Dörnick durch eigenes Personal.


Einbindung Dritter

Grundsätzlich haben die Besitzer ihre Abfälle dem Kreis Plön als Träger der öffentlichen
Abfallentsorgung zu überlassen. Mit der Entsorgung dieser Abfälle sind vom Kreis neben
dem eigenen Fuhrbetrieb und der kreiseigenen Abfallwirtschaftsgesellschaft Kreis Plön mbH (AWKP) private Unternehmen beauftragt. Konkret bedeutet dies, dass
z. B. die Abfuhr von Restabfall und Sperrmüll, die Entsorgung von Kühlgeräten und
Elektronikschrott, die Entleerung der braunen Biotonnen, der grünen Tonnen für Papier/ Pappe und der Depotcontainer für Altglas, die Abholung der gelben Wertstoffsäcke, die
Abfuhr der Grün- und Gartenabfälle im Herbst und der Weihnachtsbäume, die Durch-
führung der mobilen Schadstoffsammlungen sowie deren Verwertung oder Beseitigung
durch private Unternehmen erfolgt.


Abfallwirtschaftsgesellschaft Kreis Plön mbH (AWKP)

Mit der Einführung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) haben sich die Ziele und Leistungsbeziehungen vor allem auch im Bereich der gewerblichen Abfallwirtschaft weiter verändert. An die Stelle von festen durch Anschlusszwang geprägten Kundenbeziehungen ist eine von Dienstleistungen und Wettbewerb geprägte Abfallwirtschaft getreten. Das Ziel, diesen Entsorgungsbereich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und im gemeinsamen Interesse von Kunden und Aufgabenträgern auch weiterhin zu bedienen, war in einer öffentlich-rechtlichen Organisationsstruktur nicht optimal zu verwirklichen.

Die Organisation und die Kundenbetreuung können hingegen von einer GmbH effizienter und marktgerechter wahrgenommen werden. Eine GmbH hat zu den Gewerbekunden ein privatrechtliches Leistungsverhältnis, in dem sich die Geschäftsbeziehungen zu den Kunden flexibler und damit kundenorientierter ausgestalten lassen.

Der Kreis Plön hat sich daher in 2004 entschlossen, die kreiseigene "Abfallwirtschafts-gesellschaft Kreis Plön mbH" (AWKP) zu gründen und dies mit einer Pflichtenübertragung gemäß § 16 Abs. 2 KrW-/AbfG zu verbinden. Seitdem ist die AWKP für die Restabfallentsorgung aus dem gewerblichen Bereich alleinverantwortlich tätig.

Zusätzlich hat die AWKP auch Aufgaben als Dienstleister für die Abfallwirtschaft des Kreises übernommen. Zu diesen Aufgaben zählen vor allem die Wahrnehmung der Stammdaten- und Auftragsverwaltung, das Gebühreninkasso sowie die Durchführung der Schadstoffsammlungen und der Betrieb der Kleinanlieferstation. Die AWKP konnte in 2007 einen Betriebsstandort für die gemeinsamen Aufgaben der Abfallwirtschaft in Plön erwerben. 

Nach drei Jahren aktivem AWKP-Betrieb ist festzustellen, dass die Prognosen und geplan-en Synergien voll umfänglich eingetreten sind.

Die Zusammenarbeit zwischen dem örE und der AWKP wird sich vor dem Hintergrund der ständigen Veränderungen der abfallwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch zukünftig weiter entwickeln.


Anlagen und Einrichtungen zur Abfallentsorgung

Auf der bis zum 31.05.2005 in Betrieb befindlichen Zentralmülldeponie des Kreises Plön in
Rastorf wurde bis dahin der nicht verwertbare Abfall deponiert. Seit dem 01.06.2005
dürfen aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben keinerlei Abfälle mehr unbehandelt auf
Deponien abgelagert werden. Der reine Deponiebetrieb wurde daher zu diesem Zeitpunkt
in Rastorf eingestellt. Heute wird der Standort rekultiviert und nachgesorgt.

Für die in den grauen Tonnen gesammelten Restabfälle mussten neue Entsorgungswege
gefunden werden. In Kooperation mit dem Kreis Rendsburg-Eckernförde und der Stadt
Neumünster entschied sich der Kreis Plön, die Abfälle in der neu zu errichtenden
Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Neumünster behandeln zu
lassen, um die sortierten Reste einerseits als Sekundärrohstoff in einer Thermischen
Ersatzbrennstoffverwertung (TEV) weiter zu verwenden, andererseits als biogene Anteile
auf der Deponie in Neumünster abzulagern. Teilmengen der im Kreis Plön anfallenden
Restabfälle gelangen darüber hinaus zur Müllverbrennungsanlage in Kiel (MVK).

Grün- und Gartenabfälle können auf vier kreiseigenen Kompostplätzen in Plön, Lütjenburg, Schönberg und Wankendorf angeliefert werden. Im gesamten Kreis Plön werden zwischenzeitlich die Bioabfälle gesondert über die braune Tonne eingesammelt und speziellen Aufbereitungsanlagen zugeführt.

In Kooperation mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK) steht allen Bürgerinnen und Bürgern des Kreises Plön in der Regel jeden 2. Dienstag im Monat in der Zeit von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr der Wertstoffhof in Kiel-Wellingdorf für die kostenlose Abgabe von schadstoffhaltigen Abfällen in haushaltsüblichen Mengen (20 kg) zur Verfügung.

Desweiteren wird an fünf Standorten im Kreis Plön (Plön, Heikendorf, Preetz, Lütjenburg und Schönberg) regelmäßig einmal im Monat eine Schadstoffsammlung durchgeführt.

Auf dem Betriebshof der Abfallwirtschaft Kreis Plön mbH, Behler Weg 21a in Plön können gegen Barzahlung und eigenhändige Entladung zu den entsprechenden Öffnungszeiten Restabfälle und Sperrmüll sowie Pappe, Papier und Kartonagen angeliefert werden.


Resumee

Am Beispiel des Kreises Plön wird deutlich, wie mit einer verhältnismäßig kleinen Verwal-tung unter Einbindung der Wirtschaft sowie der ansässigen Umweltschutzverbände gemeinsam eine effektive, allen Anforderungen gerecht werdende erfolgreiche Abfall-wirtschaft betrieben werden kann. Während z. B. im Jahre 1990 die auf der Deponie angelieferte Abfallmenge noch rund 96.000 Mg betragen hat, wurden 2000 nur noch ca. 49.000 Mg deponiert. Das war bereits ein Rückgang von immerhin 49 %.
Im Jahre 2009 betrug das Gesamtabfallaufkommen im Kreis Plön 66.908 Mg. Davon wurden 41.950 Mg (ca. 63%) verwertet und lediglich 24.802 Mg als Postabfälle beseitigt. 128 Mg (insbesondere Sonderabfälle) bedurften einer besonderen Behandlung.

 

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