Kaum eine Frage ist Kindern und Jugendlichen so wichtig, wie die
nach der Höhe ihres Taschengeldes. Auch sind Konflikte zwischen den
Erziehenden, die das Taschengeld zahlen und den Kindern, die häufig
nie genug Taschengeld bekommen können, nicht gerade selten.
Unstrittig ist lediglich, dass die Verfügbarkeit eines Taschengeldes
beim Kind oder Jugendlichen wichtige pädagogische Funktionen
erfüllen soll.
Warum ist Taschengeld pädagogisch wichtig
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Mit Geld lernt man am besten umzugehen, wenn man über eigenes Geld
frei verfügen kann. Nur so können Kinder den persönlichen Wert einer
Geldsumme einschätzen. Sie erfahren schnell, dass jeder Groschen und
jede Mark nur einmal ausgegeben werden kann. Sie lernen, dass
verzichten notwendig ist, wenn etwas größeres gekauft werden soll;
sie lernen dass Bedürfnisse aufgeschoben werden müssen, bis genug
Geld dafür angespart wurde.
Sie erlernen aber auch, dass die Bedürfnisse gegeneinander abgewogen
werden müssen: "Wenn ich mir heute Schokolade kaufe, kann ich morgen
nicht mit meiner Freundin ins Kino gehen!" Darum ist es nicht nur
wichtig, dass Kinder Taschengeld bekommen, sondern dass sie mit
festen Summen rechnen können. (Der pädagogische Effekt ist dahin,
wenn leichtfertig Geld "nachgeschossen" wird). Aus diesem Grunde
sollte die Höhe des Taschengeldes auch nicht abhängig von Wohl- oder
Fehlverhalten des Kindes gemacht werden. Allerdings ist zu
überlegen, ob ein Teil des Taschengeldes an bestimmte
Arbeitsleistungen im Haushalt gekoppelt wird. Da die Kinder selbst
die Konsequenzen zu tragen haben, wenn sie leichtfertig Geld
verplempern, ist es überflüssig ihnen ständig dazu Verhaltensregeln
aufdrängen zu wollen!
Wonach richtet sich die Höhe des
Taschengeldes?
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Die Höhe des Taschengeldes ist von verschiedenen Faktoren abhängig,
deshalb ist die nachstehende Empfehlungsliste auch nur als
ungefährer Anhaltspunkt zu nehmen. Das wichtigste Kriterium zur
Taschengeldhöhe ist das Alter des Kindes oder des Jugendlichen.
Verantwortung und Umsicht, aber auch die Bedürfnisse wachsen mit den
Erfahrungen des Lebensalters. Auch wird das soziale Umfeld (Schule,
Clique) bei älteren Kindern und Jugendlichen eine differenzierte
Bewertung der Taschengeldhöhe notwendig machen.
Ganz wesentlich ist aber, welche Dinge im Rahmen des Taschengeldes
gekauft werden müssen. Sind zum Beispiel Kosmetika, kleinere Dinge
für die Schule, Fahrkarten, Mahlzeiten in der Schule usw. durch das
Taschengeld zu bestreiten, müssen entsprechend höhere Summen gezahlt
werden.
Kinder brauchen als Grundausstattung ein Portemonnaie und
eine Spardose mit Schlüssel!
Taschengeld - Empfehlungsliste
(Unverbindliche Mittelwerte, die nach oben und unten
abweichen können)
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6 Jahre
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wöchentlich
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1,00 EUR
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7 Jahre
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wöchentlich
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1,25 EUR
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8 Jahre
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wöchentlich
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1,50 EUR
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9 Jahre
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wöchentlich
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2,00 EUR
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10 Jahre
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wöchentlich
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2,50 EUR
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11 Jahre
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monatlich
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13,00 EUR
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12 Jahre
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monatlich
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17,00 EUR
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13 Jahre
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monatlich
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21,00 EUR
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14 Jahre
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monatlich
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28,00 EUR
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15 Jahre
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monatlich
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32,00 EUR
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16 Jahre und älter
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monatlich
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40,00 EUR
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Stand: September 2008
Die Tabelle steht
hier als pdf-Datei zum
Download zur Verfügung.
Wenn das Taschengeld nicht reicht
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Wenn Kinder und Jugendliche wiederholt mit ihrem Taschengeld nicht
auskommen, sollten Taschengeldzahler und -beziehender gemeinsam
prüfen warum dies so ist. Die oben genannten Taschengeldhöhen
sollten für Dinge wie Süßigkeiten, kleinere Geschenke, Kino, kürzere
Ausflüge, Musikkassetten, Bücher (nicht Schulbücher) und Comics
ausreichen. Die tägliche Nahrung, Bekleidung, Körperpflege, Urlaub,
Schulverpflegung, Klassenfahrten, Fahrkarten, Vereinsaktivitäten
usw. können davon nicht bestritten werden.
Schwierig ist die Situation, wenn teure oder wechselnde Hobbys das
Taschengeld aufzehren (z.B. Pferde, Fotografie, Computer, Sammeln).
Hier ist natürlich nur möglich, was das Taschengeld erlaubt, oder
was z.B. Eltern als sinnvolle Freizeitbeschäftigung zusätzlich
bezahlen, falls dies das Familieneinkommen nicht unerträglich
belastet.
Zu häufige und zu große Geschenke von den Kindern und Jugendliche an
andere werfen die Frage auf, warum es dem Kind notwendig erscheint,
hier Sympathien (?) zu erkaufen. Maßloser Verzehr von z.B.
Süßigkeiten lässt die Vermutung entstehen, dass möglicherweise so
unbewusst fehlende Zuwendung kompensiert werden soll. Die
Hintergründe können nur in vertrauensvollen Gespräche mit den
Kindern und Jugendliche geklärt werden.
Ansprechpartner im Amt für Jugend und Sport, Haus C, Zimmer 520:
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