zurück Pressemitteilung vom 22.06.05

Kreis Plön schloss mit der Kreisjägerschaft Vereinbarung zur Fallwildbeseitigung

Die Vereinbarung zur Beseitigung von Fallwild als Gegenleistung für die ab dem 1. April dieses Jahres nicht mehr zu erhebende Jagdsteuer ist „unter Dach und Fach“. Sie wurde am 15. Juni von Landrat Dr. Volkram Gebel und dem Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Hans-Jürgen Goldbach, unterzeichnet.

Beide Seiten zeigten sich mit dieser Einigung zufrieden. „Die Aufhebung der Jagdsteuer war vor dem Hintergrund der Fallwildbeseitigung schon lange notwendig. Denn die Jagdsteuer wird zum einen seit längerer Zeit nicht nur von einer privilegierten Bevölkerungsschicht finanziert, sondern in der Kreisjägerschaft sind ganz unterschiedliche Berufs- und Bevölkerungsgruppen vertreten. Darüber hinaus  engagieren sich die Jäger zum anderen im Kreis Plön für vielerlei Biotop- und Artenschutzprojekte, die aus eigenen Mitteln finanziert werden und was am wichtigsten ist, sie beseitigen auf ihre Kosten im Straßenverkehr getötetes Wild“, so der Landrat gegenüber der Presse in Plön.

„Bereits in der Vergangenheit haben die Jäger das Fallwild auf eigene Kosten beseitigt. Diese Leistung wurde zu jeder Tages- oder Nachtzeit über das ganze Jahr, ob zur Sommer- oder Winterzeit erbracht. Hierzu ist die Jägerschaft  nicht verpflichtet. Die Fallwildbeseitigung ist eigentlich die Aufgabe der Ordnungsbehörde des Kreises, die hier ihrer Straßen-Verkehrssicherungspflicht nachkommen müsste“, erklärte Hans-Jürgen Goldbach.

Der tatsächliche Arbeitsumfang der Fallwildbeseitigung für die Jäger werde deutlich, wenn man sich die vielen Wildunfälle der vergangenen Jahre vor Augen führe. So kam  es im letzten Jahr zu 1104 Verkehrsunfällen mit Fallwild, das ordnungsgemäß entsorgt werden musste. „Ein immens großer Aufwand, wenn man die jeweilige An- und Abfahrt, das Beladen des Fahrzeuges und die Entsorgung des Wildes berücksichtigt“, so der Landrat, der auch darauf hinwies, dass die Unfallzahlen in diesem Bereich leider seit 2001 kontinuierlich gestiegen sind. Damals waren es noch 655 Unfälle, in 2002 dann schon 1138. Wollte man durch ein gewerbliches Entsorgungsunternehmen die jederzeitige Entfernung verunfallten Wildes sicherstellen, müssten erhebliche Summen gezahlt werden.

Zur Erinnerung: Am 6. Mai vergangenen Jahres beschloss der Kreistag, dass die Jagdsteuer ab 2005 abgeschafft wird. Im Gegenzug verpflichteten sich die in der Kreisjägerschaft organisierten Jäger, zukünftig das verunfallte Schalenwild sowie Fuchs und Dachs von den Straßen im Kreisgebiet zu entsorgen.

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